Zero-Click-Suche: zwei Drittel googeln, ohne je zu klicken – was jetzt?

Von Patrick Baur · aktualisiert am

Zero-Click heisst: Die Suche endet ohne Klick auf eine Website. 2026 betrifft das rund 68 Prozent aller Google-Suchen – Tendenz steigend, weil KI-Antworten die Frage direkt in der Suche beantworten. Für KMU heisst das: Sichtbarkeit entsteht zunehmend in der Antwort selbst, nicht mehr erst nach dem Klick auf die Website.

Handgezeichnete Skizze einer Suchresultate-Seite: Ein dicker Pfeil führt von der Suche zum Kasten Antwort direkt bei Google, nur ein dünner gestrichelter Pfeil erreicht die Website-Kästen darunter, daneben gross die Zahl 68 Prozent der Suchen enden ohne Klick.
68 Prozent der Suchen enden ohne Klick: Die Antwort bleibt immer öfter direkt auf der Suchresultate-Seite.

«Wir sind auf Seite 1, aber es kommt niemand mehr.» Diesen Satz höre ich immer öfter – und er hat einen Namen: Zero-Click. Gemeint sind Suchen, die ohne einen einzigen Klick auf eine Website enden, weil die Antwort direkt in der Suche steht. 2026 ist das nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel: Nach einer Auswertung von SparkToro auf Basis von Similarweb-Daten endeten zwischen Januar und April 2026 rund 68 Prozent der Google-Suchen in den USA ohne Klick – 2024 waren es noch gut 60 Prozent. Für die Schweiz gibt es keine eigene Erhebung, aber keinen Grund zur Annahme, dass es hier grundlegend anders läuft.

Warum klickt niemand mehr?

Drei Entwicklungen greifen ineinander:

  1. Google beantwortet selbst. Featured Snippets, Wissenspanels, Karten, Öffnungszeiten, Wetter – vieles steht seit Jahren direkt in der Suche. Wer die Öffnungszeiten deines Geschäfts googelt, braucht deine Website nicht mehr.
  2. KI-Antworten beschleunigen den Trend. AI Overviews erscheinen inzwischen bei über einem Fünftel aller Google-Suchen – und wo sie erscheinen, sinken die Klickraten auf die klassischen Resultate um rund 60 Prozent. Die Antwort ist fertig, bevor jemand scrollt.
  3. Die Suche wandert ganz aus Google hinaus. Wer ChatGPT oder Perplexity fragt, klickt bestenfalls auf eine zitierte Quelle – oft aber gar nicht mehr. Wie du dort überhaupt vorkommst, erklärt Wie werde ich bei ChatGPT gefunden?

Ist das so schlimm?

Ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wofür deine Website da ist. Ein Klick war nie das Ziel – er war der Umweg zum Ziel. Wenn jemand «physiotherapie zürich telefonnummer» sucht und deine Nummer direkt in der Suche sieht und anruft: Das ist ein gewonnener Kunde bei null Klicks. Die Zahl, die zählt, sind Anfragen und Aufträge – nicht Sitzungen in der Statistik.

Schlimm wird Zero-Click dann, wenn deine Inhalte die Antworten liefern, aber niemand mehr erfährt, von wem sie stammen. Genau darum verschiebt sich die Arbeit: vom Klick-Sammeln zum Präsent-Sein in der Antwort.

Was Schweizer KMU jetzt konkret tun

  1. Die Antwort sein, nicht nur die Quelle. Baue Seiten so, dass die Kernantwort in den ersten Zeilen steht – als vollständiger, zitierfähiger Absatz. So erscheinst du in Snippets, AI Overviews und KI-Antworten mit Namen. Das Prinzip dahinter erklärt Was ist GEO?
  2. Das Google-Unternehmensprofil als Mini-Website pflegen. Für lokale Suchen spielt sich Zero-Click fast komplett im Profil ab: Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Anruf-Knopf. Der unterschätzte Hebel ist hier wichtiger als jede Unterseite.
  3. Impressionen ernst nehmen, nicht nur Klicks. In der Search Console sind Impressionen bei sinkenden Klicks kein Schmuckwert mehr, sondern die Währung der Zero-Click-Welt: Sie zeigen, wie oft du in Antworten präsent warst. Seit Kurzem misst die Search Console sogar Social-Media-Inhalte in der Suche.
  4. Marke aufbauen. Wer deinen Namen aus Antworten kennt, sucht dich später direkt. Zero-Click-Sichtbarkeit ist Werbung, die du nicht bezahlst – wenn dein Name in der Antwort steht.
  5. Das eigene Fundament prüfen. Ob deine Website überhaupt antwortfähig aufgebaut ist – Antwort zuerst, strukturierte Daten, crawlbar für KI – zeigt dir der Gratis-Website-Check in einer Minute.

Fazit für Schweizer KMU

Zero-Click ist keine Krise, sondern eine Verschiebung: Die Suche belohnt nicht mehr, wer Klicks einsammelt, sondern wer Antworten liefert und dabei erkennbar bleibt. Zwei Drittel der Suchen enden heute ohne Klick – aber keine einzige endet ohne Antwort. Die Frage ist nur, ob die Antwort von dir stammt.

Häufige Fragen

Was ist eine Zero-Click-Suche?
Eine Suche, die ohne Klick auf eine Website endet, weil die Antwort direkt in der Suche steht – als Featured Snippet, Wissenspanel, Karte oder KI-Antwort. 2026 betrifft das rund 68 Prozent aller Google-Suchen (SparkToro/Similarweb, USA, Januar–April 2026).
Lohnt sich SEO überhaupt noch, wenn niemand mehr klickt?
Ja – aber das Ziel verschiebt sich: vom Klick zum Präsent-Sein in der Antwort. Wer als Quelle in Snippets, AI Overviews und KI-Antworten erscheint, gewinnt Bekanntheit und Anfragen auch ohne Website-Besuch. Unsichtbar ist nur, wer weder geklickt noch zitiert wird.
Wie messe ich Erfolg in der Zero-Click-Welt?
Impressionen in der Search Console (wie oft du in der Suche präsent warst), Anrufe und Routen-Anfragen im Google-Unternehmensprofil, direkte Suchen nach deinem Namen – und am Ende Anfragen und Aufträge statt Sitzungszahlen.
Betrifft Zero-Click auch lokale Suchen?
Besonders stark: Öffnungszeiten, Telefonnummer, Bewertungen und Weg dorthin beantwortet Google direkt aus dem Unternehmensprofil. Für lokale KMU ist das gepflegte Profil darum oft wichtiger als zusätzliche Unterseiten.

Quellen

  1. Google zero-click searches reach 68% in early 2026: StudySearch Engine Land (abgerufen am 20.8.2026)
  2. SparkToro – Zero-Click-Studien (Datenbasis Similarweb Clickstream)SparkToro (abgerufen am 20.8.2026)
  3. Platform properties roll out globally (Search Console)Google Search Central Blog (abgerufen am 20.8.2026)