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KI-Sichtbarkeit

Von Patrick Baur ·

Deine Website rankt gut bei Google. Und trotzdem kennt dich ChatGPT nicht. Das ist kein Widerspruch – das sind zwei verschiedene Spiele, und die meisten spielen nur eines davon.

Warum gutes Ranking nichts über KI-Sichtbarkeit aussagt

Weil KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews eigene Quellenlogik haben, die sich von klassischen Suchergebnissen unterscheidet. Eine grosse Auswertung von KI-Antworten hat gezeigt: Der Grossteil der Zitate in Googles eigenem KI-Modus stammt nicht aus den organischen Top 10. Deine Platzierung bei Google ist ein Indiz, keine Garantie – und für ChatGPT oft nicht einmal das.

Was auf dem Spiel steht, wenn du hier fehlst

Nicht nur Sichtbarkeit. Traffic aus KI-Antworten konvertiert nach aktuellen Auswertungen deutlich besser als klassischer organischer Google-Traffic – ein Unterschied, der sich nicht in Promille, sondern in einem Vielfachen bewegt. Wer in KI-Antworten nicht vorkommt, verpasst nicht bloss ein paar Besucher. Er verpasst die Anfragen, die schon fast eine Kaufentscheidung sind.

Warum «einfach weiter SEO machen» nicht reicht

Weil die Plattformen sich kaum überschneiden. Nur ein kleiner Teil der Domains, die von ChatGPT zitiert werden, wird auch von Perplexity zitiert – jede Plattform hat ihre eigene Logik, ihre eigenen bevorzugten Quellen, ihr eigenes Verständnis von Autorität. Eine Strategie für «KI» gibt es nicht. Es gibt eine Strategie pro Plattform.

Was tatsächlich zählt

Drei Dinge: klare, direkt beantwortbare Struktur – Fragen und Antworten, nicht nur Fliesstext. Unabhängige Erwähnungen ausserhalb der eigenen Website – Foren, Fachartikel, echte Diskussionen. Und Geduld, denn Autorität lässt sich hier ebenso wenig abkürzen wie beim klassischen Ranking.

Zahlen statt Behauptungen

KI-Suchtraffic konvertiert nach einer Auswertung mehrerer unabhängiger Studien bei rund 14 Prozent – gegenüber etwa 3 Prozent bei klassischem organischem Google-Traffic. Gleichzeitig werden nur rund 11 Prozent der Domains sowohl von ChatGPT als auch von Perplexity zitiert – wer nur für eine Plattform optimiert, deckt selten beide ab. Und: Seiten mit sehr vielen verweisenden Domains werden deutlich häufiger zitiert als schwach verlinkte Seiten – auch hier zahlt sich Substanz aus, kein Trick.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?
SEO optimiert für Rankings in Suchergebnissen, GEO für Zitate in KI-generierten Antworten. Verwandte Disziplinen, unterschiedliche Ziele – beide lohnen sich, keine ersetzt die andere.
Wie messe ich, ob ich in ChatGPT oder Perplexity sichtbar bin?
Am einfachsten mit gezielten Testfragen, die du regelmässig selbst stellst und protokollierst. Für systematisches Monitoring gibt es spezialisierte Tools, die das automatisieren.
Braucht mein KMU GEO zusätzlich zu SEO?
GEO baut auf SEO auf, ersetzt es aber nicht. Die technische Basis ist dieselbe: crawlbare Inhalte, klare Struktur, gute Antworten. GEO ergänzt sie um zitierfähige Elemente wie Direktantworten, Statistiken und Quellenangaben, damit KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Gemini Ihre Inhalte übernehmen. Wer heute mit SEO beginnt, sollte GEO von Anfang an mitdenken – der Mehraufwand ist klein, der Vorsprung gross.
Muss ich meine ganze Website umbauen, um in KI-Antworten vorzukommen?
Nein. Es braucht klare Struktur, direkte Antworten und echte Substanz – keine komplette Neukonzeption, aber auch keine kosmetische Korrektur.
Wie lange dauert es, bis KI-Sichtbarkeit messbar ist?
Rechnen Sie in Monaten, nicht Wochen. Die Indexierung neuer Seiten dauert Tage, erste Impressionen in Google und Bing zeigen sich nach Wochen, Zitate in KI-Antworten folgen meist erst, wenn eine Website Autorität aufgebaut hat. In der Schweiz nutzen laut Comparis bereits über 76 Prozent der Erwachsenen regelmässig KI-Tools – der Kanal wächst schneller als der messbare Traffic, der heute erst bei rund 0,1 bis 0,2 Prozent liegt. KI-Sichtbarkeit ist Markenaufbau, kein Schnellschuss.
Ersetzt ChatGPT die Google-Suche?
Nein – aber es verschiebt sich etwas Grundlegendes: 41,6 Prozent der Schweizer Chatbot-Nutzenden verwenden KI bereits anstelle der klassischen Suche (Comparis, 2026). Google bleibt mit rund 90 Prozent Marktanteil dominant und beantwortet selbst immer mehr Anfragen direkt mit AI Overviews. Die richtige Strategie heisst deshalb nicht «Google oder ChatGPT», sondern: auffindbar sein, wo immer Ihre Kunden fragen.
Was kostet der Einstieg in GEO?
Das hängt vom Zustand Ihrer Website ab. Ist die technische Basis gesund, beginnt GEO bei der Inhaltsarbeit: bestehende Seiten mit Direktantworten, Quellen und FAQ-Strukturen aufwerten. Das ist überschaubarer Aufwand mit langfristiger Wirkung. Eine ehrliche Ersteinschätzung, wo Ihre Website steht, ist der sinnvollste erste Schritt – genau dafür gibt es das Erstgespräch.