SEO- und GEO-Tools: was sich 2026 für die Schweiz lohnt

Von Patrick Baur · aktualisiert am

Für ein Schweizer KMU lohnt sich selten mehr als ein bezahltes Werkzeug. Wer die beste Schweizer Datentiefe will, findet sie bei SE Ranking (19 Millionen Keywords für die Schweiz, offen ausgewiesen) – wer die längste Schweizer Zeitreihe braucht, bei Sistrix, das den Sichtbarkeitsindex für google.ch seit 2011 führt. Reine KI-Sichtbarkeits-Werkzeuge beginnen bei rund 100 US-Dollar im Monat, können aber kein klassisches SEO. Search Console, Bing Webmaster Tools und Screaming Frog decken den Anfang gratis ab.

Es gibt zwei Sorten von Werkzeugen in diesem Markt: die alten, die seit fünfzehn Jahren Suchvolumen und Rankings messen – und die neuen, die seit zwei Jahren messen, ob ChatGPT deinen Namen sagt. Die einen sind reif und teuer, die anderen jung und auch nicht billig.

Dieser Beitrag ordnet beide. Mit Preisen, die ich auf den Anbieterseiten selbst nachgelesen habe, mit der Schweizer Datenlage – und mit dem, was ich nicht gefunden habe. Denn beim Schweizer Datenbestand sind die meisten Anbieter erstaunlich schweigsam.

Erstens: die klassischen Suiten

Semrush

Das bekannteste Werkzeug, und das mit der grössten Funktionsbreite. Vier Stufen, alle in US-Dollar und bei jährlicher Zahlung: SEO 117.33, Starter 165.17, Pro+ 248.17, Advanced 455.67 im Monat. Monatlich gezahlt sind es 139, 199, 299 und 549. Dazu ein Gratis-Zugang mit zehn Abfragen pro Tag – für einen ersten Blick brauchbar.

Die KI-Funktionen für ChatGPT, Perplexity, Gemini und Google sind seit diesem Jahr ab der Starter-Stufe eingeschlossen, nicht mehr als eigenes Paket.

Die Schweizer Datenlage: Semrush nennt 142 regionale Datenbanken und rund 28 Milliarden Keywords. In den beiden Übersichtsseiten, die ich geprüft habe, ist die Schweiz aber nicht namentlich aufgeführt, und eine offizielle Angabe zur Grösse der Schweizer Datenbank habe ich nicht gefunden. Das ist keine Aussage darüber, dass es sie nicht gibt – es ist eine Lücke in der Kommunikation, die mich bei diesem Preis stört.

Sistrix

Der europäische Klassiker, Preise in Euro: Start 119, Plus 239, Professional 419, Premium 799 im Monat.

Und hier kommt das stärkste Schweizer Argument dieses ganzen Beitrags: Sistrix führt einen Sichtbarkeitsindex für die Schweiz. Nach eigener Angabe wird die Sichtbarkeit «praktisch aller Domains in der Schweizer Google-Suche» seit 2011 analysiert, seit September 2018 als täglicher Index. Damit lässt sich beantworten, was kein anderes Werkzeug beantwortet: Wie hat sich die Sichtbarkeit eines Schweizer Mitbewerbers über zehn Jahre entwickelt?

Die Grösse des Schweizer Keyword-Sets veröffentlicht Sistrix nicht – für Deutschland wird eine Million genannt.

Ahrefs

Stark bei Verlinkungen, gut bei Rohdaten. Starter 29 US-Dollar, Lite 129, Standard 249, Advanced 449, Enterprise 1'499 im Monat. Das KI-Modul «Brand Radar» kostet ab 199 zusätzlich, Prompt-Pakete 50, 100 oder 250.

Eine Schweiz-spezifische Datenbankgrösse habe ich auch hier nicht gefunden.

SE Ranking

Der Anbieter, der beim Schweiz-Nachweis am transparentesten ist: 188 Geo-Datenbanken, für die Schweiz 19 Millionen Keywords und 34 Millionen Domain-Profile – offen ausgewiesen. Core 129 US-Dollar monatlich, 103.20 bei Jahreszahlung; Growth 279 beziehungsweise 223.20. Das Agentur-Paket für 69 im Monat (nur jährlich) enthält den KI-Ergebnis-Tracker.

Screaming Frog

Kein Keyword-Werkzeug, sondern ein Crawler: Er läuft deine Website durch und meldet, was technisch kaputt ist. 199 Pfund im Jahr, gratis bis 500 Adressen. Für die meisten KMU-Websites reicht die Gratis-Stufe. Landesneutral, weil ohne Datenbank.

Zweitens: die KI-Sichtbarkeits-Werkzeuge

Diese Kategorie gibt es seit rund zwei Jahren. Alle messen im Prinzip dasselbe: Sie stellen Sprachmodellen wiederholt dieselben Fragen und zählen, wer genannt und wer zitiert wird.

Werkzeug Einstieg (Monat) Bemerkung
Profound 99 US-Dollar 50 Fragen, nur ChatGPT; Wachstumsstufe 399 mit drei Systemen
Otterly.AI 29 US-Dollar 15 Fragen; Claude, AI Mode und Gemini kosten extra
AthenaHQ gratis 300 Guthaben zum Ausprobieren, danach ab 295; neun Modelle
Goodie 399 US-Dollar
Scrunch 300 US-Dollar jährlich 250
Evertune 800 US-Dollar elf Modelle, jede Frage bis hundertmal gestellt
Peec AI nicht auslesbar deutsches Unternehmen; die Preise stehen auf der Seite nicht als Text

Dazu die Module der grossen Suiten: Ahrefs Brand Radar, Semrush AI-Funktionen, und das Sistrix-KI-Modul, das derzeit als Beta für alle Kunden ohne Aufpreis läuft – es misst Nennungen, Wettbewerbsvergleich und Stimmung in ChatGPT, Perplexity und den Google-KI-Oberflächen.

Zwei Dinge sind bei dieser Kategorie wichtig zu wissen.

Erstens: Sie messen nicht, was dein Kunde sieht. Gemessen wird die Antwort einer Programmierschnittstelle. Was jemand in der ChatGPT-App bekommt, hängt zusätzlich am Gesprächsverlauf, am Standort und manchmal an einem anderen Modell. Der Wert liegt im Vergleich über Zeit, nicht im einzelnen Ergebnis.

Zweitens: Nur zwei haben europäischen Firmensitz – Peec AI und Sistrix. Wenn Datenschutz oder Rechnungsstellung in Euro für dich ein Thema sind, schrumpft die Auswahl schnell.

Drittens: was gratis erstaunlich viel kann

Hier hat sich 2026 mehr getan als bei den Bezahlwerkzeugen.

Google Search Console zeigt seit dem 3. Juni 2026 einen eigenen Bericht für die generativen KI-Funktionen: AI Overviews, AI Mode und Discover, aufschlüsselbar nach Seiten, Ländern, Geräten und Datum. Zwei Einschränkungen, die man kennen muss: Er zeigt nur Impressionen, keine Klicks, und der Rollout läuft gestaffelt, zuerst in Grossbritannien. Google sagt selbst, man arbeite noch daran, welche weiteren Kennzahlen nützlich sind.

Bing Webmaster Tools war früher dran: Seit Februar 2026 gibt es dort «AI Performance» mit Zitatzahlen und den Anfragen, die eine KI-Antwort ausgelöst haben – für Copilot und die Bing-KI-Zusammenfassungen. Weil ChatGPT stark auf Bing aufsetzt, ist das für die KI-Sichtbarkeit oft aufschlussreicher als die Search Console.

Cloudflare AI Crawl Control ist auf allen Cloudflare-Stufen ohne Aufpreis dabei und zeigt, welche KI-Bots deine Website tatsächlich besuchen. Wer keine Cloudflare-Website hat: Die eigenen Serverprotokolle sagen dasselbe, nur unbequemer.

Google Trends für saisonale Verläufe. Kostet nichts und wird ständig unterschätzt.

Was ich empfehlen würde

Für ein Schweizer KMU oder einen Einzelberater, der genau ein Abonnement löst:

Wenn du Keyword-Tiefe für die Schweiz brauchst: SE Ranking Core im Jahresabo, dazu bei Bedarf das Agentur-Paket. Zusammen rund 172 US-Dollar im Monat. Es ist der einzige Anbieter, der seine Schweizer Datenbasis beziffert, und SEO und KI-Sichtbarkeit stecken in einem Abo.

Wenn du Schweizer Zeitreihen brauchst: Sistrix Start für 119 Euro. Der Schweizer Sichtbarkeitsindex seit 2011 ist ein Alleinstellungsmerkmal, das kein Preisvergleich aufwiegt – vorausgesetzt, du brauchst ihn wirklich.

Wenn du nur wissen willst, ob KI dich nennt: Fang mit dem Gratis-Zugang von AthenaHQ an oder mit dem Sistrix-KI-Modul, wenn du dort ohnehin Kunde bist. Ein eigenes GEO-Abo für 300 US-Dollar im Monat rechnet sich für einen Betrieb mit einem Standort nicht.

In jedem Fall zuerst gratis: Search Console, Bing Webmaster Tools, Screaming Frog. Wer diese drei nicht ausgeschöpft hat, kauft sich mit einem Abo vor allem ein schlechtes Gewissen.

Und das sage ich als jemand, der davon lebt, solche Werkzeuge zu bedienen. In meiner Zeit als KMU-Betreiber habe ich Software gekauft, die ich dreimal geöffnet habe. Der Fehler lag nie am Werkzeug – ich hatte schlicht keine Frage, die es beantworten sollte.

Der vierte Weg: die Rohdaten direkt

Es gibt eine Möglichkeit, die in Vergleichen fast nie auftaucht: die Datenquellen direkt anzapfen, aus denen die Werkzeuge selbst schöpfen. Suchvolumen, Schwierigkeitsgrade und Crawl-Daten sind als Schnittstelle erhältlich, und man zahlt nach Abfrage statt pauschal.

Das ist der Weg, den ich für meine eigene Arbeit gewählt habe – nicht, weil es billiger ist (es ist billiger), sondern weil ich damit prüfen kann, wie stark sich zwei Quellen widersprechen. Und sie widersprechen sich erheblich: Bei einem Abgleich von 58 Schweizer Suchbegriffen lag die mittlere Abweichung beim Suchvolumen bei 28 Prozent. Bei grossen, allgemeinen Begriffen wurde es dramatisch – für einen Begriff nannte die eine Quelle 40 Suchanfragen im Monat, die andere 1'600.

Das ist die wichtigste Erkenntnis dieses ganzen Beitrags: Suchvolumen sind Schätzungen, keine Messwerte. Sie taugen für Rangfolgen innerhalb einer Quelle, nicht als absolute Zahl. Und Schwierigkeitsgrade zweier Anbieter darf man gar nicht miteinander vergleichen – sie werden verschieden berechnet.

Wer eine Offerte bekommt, in der ein Suchvolumen als harte Zahl steht, sollte fragen, aus welcher Quelle sie stammt. Die Antwort verrät mehr als die Zahl. Woran du gute Anbieter sonst erkennst, steht im Agentur-Ratgeber.

Die einzige gemessene Quelle

Zum Schluss das Wichtigste: Alle bisher genannten Zahlen sind Schätzungen aus Panels und Hochrechnungen. Es gibt genau eine Quelle mit echten Messwerten für deine Website, und sie kostet nichts – die Google Search Console. Sie zeigt, wofür du tatsächlich erscheinst, was tatsächlich geklickt wird und auf welcher Position.

Wenn du heute nur eine Sache tust: Verbinde deine Website mit der Search Console und schau in vier Wochen wieder hinein. Das schlägt jedes Abo.

Wo deine Website technisch steht, siehst du in einer Minute im Gratis-Website-Check.

Häufige Fragen

Welches Werkzeug kennt Schweizer Suchvolumen am besten?
Beziffert wird es nur von einem: SE Ranking weist für die Schweiz 19 Millionen Keywords und 34 Millionen Domain-Profile aus. Semrush, Sistrix und Ahrefs decken die Schweiz ebenfalls ab, veröffentlichen aber keine Grösse dazu – ich habe sie in den offiziellen Übersichten nicht gefunden. Für Zeitreihen ist Sistrix konkurrenzlos, weil es die Sichtbarkeit in google.ch seit 2011 verfolgt. Und in jedem Fall gilt: Suchvolumen sind geschätzt, nicht gemessen. Bei einem Abgleich von 58 Schweizer Begriffen lag die mittlere Abweichung zwischen zwei Quellen bei 28 Prozent, bei allgemeinen Begriffen um ein Vielfaches. Vergleiche darum nur innerhalb einer Quelle – und nimm die Search Console als Realitätsprüfung.

Quellen

  1. Semrush PricingSemrush (abgerufen am 7.8.2026)
  2. What countries does Semrush cover?Semrush (abgerufen am 7.8.2026)
  3. SISTRIX PreiseSistrix (abgerufen am 7.8.2026)
  4. Österreich und Schweiz: täglicher SichtbarkeitsindexSistrix (abgerufen am 7.8.2026)
  5. Top 100 der Schweiz: Domains mit der höchsten Sichtbarkeit in google.chSistrix (abgerufen am 7.8.2026)
  6. SISTRIX AI Prompt MonitoringSistrix (abgerufen am 7.8.2026)
  7. Ahrefs PricingAhrefs (abgerufen am 7.8.2026)
  8. SE Ranking: Our DataSE Ranking (abgerufen am 7.8.2026)
  9. SE Ranking PricingSE Ranking (abgerufen am 7.8.2026)
  10. Screaming Frog SEO Spider PricingScreaming Frog (abgerufen am 7.8.2026)
  11. Profound PricingProfound (abgerufen am 7.8.2026)
  12. Otterly.AI PricingOtterly.AI (abgerufen am 7.8.2026)
  13. AthenaHQ PricingAthenaHQ (abgerufen am 7.8.2026)
  14. Introducing Search Generative AI performance reports in Search ConsoleGoogle Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
  15. Introducing AI Performance in Bing Webmaster ToolsMicrosoft Bing (abgerufen am 7.8.2026)
  16. Cloudflare AI Crawl ControlCloudflare (abgerufen am 7.8.2026)