Strukturierte Daten: was 2026 noch etwas bringt
Von Patrick Baur · aktualisiert am
Strukturierte Daten sind Zusatzangaben im Quelltext, die einer Maschine sagen, was ein Text bedeutet. Sie verbessern keine Rankings – sie machen eine Seite für bestimmte Darstellungsformen überhaupt erst zugelassen. Für ein Schweizer Dienstleistungsunternehmen lohnen sich 2026 noch vier Typen: Organization, LocalBusiness beziehungsweise ProfessionalService, Article mit sauberer Autorenangabe und BreadcrumbList. FAQ-Markup wurde am 7. Mai 2026 abgeschaltet.
Am 7. Mai 2026 hat Google die FAQ-Ergebnisse abgeschaltet. Ohne Ankündigung, ohne Blogbeitrag – nur ein Hinweis in der Dokumentation, den man leicht übersieht:
«As of May 7, 2026, FAQ rich results are no longer appearing in Google Search.»
Im Juni verschwand die Dokumentation dazu, im August endet die Unterstützung in der Search-Console-Schnittstelle. Damit ist eine ganze Generation von SEO-Ratschlägen wertlos geworden. Wer heute noch liest, er solle «FAQ-Schema für mehr Klickrate einbauen», liest etwas aus einer anderen Zeit.
Grund genug, einmal aufzuräumen: Was bringt Schema.org 2026 wirklich, und was ist nur noch Gewohnheit?
Was strukturierte Daten überhaupt sind
Stell dir eine Speisekarte vor. Ein Mensch sieht: das ist ein Gericht, das ist der Preis, das ist die Allergen-Information. Eine Maschine sieht: Zeichen. Strukturierte Daten sind der Zettel, den du der Maschine dazulegst: «Was hier steht, ist ein Preis. In Franken. Für dieses Gericht.»
Technisch ist das ein kleiner Block im Quelltext, meist im Format JSON-LD. Er ist für Besucher unsichtbar und beschreibt, was auf der Seite ohnehin steht.
Der wichtigste Satz dazu kommt von Google selbst: Strukturierte Daten sind kein Ranking-Faktor. Sie machen eine Seite für bestimmte Darstellungsformen zugelassen – mehr nicht. Und Google schreibt ausdrücklich, es gebe keine Garantie, dass eine solche Darstellung dann auch erscheint.
Was Google 2026 überhaupt noch anzeigt
Googles Katalog listet aktuell 25 Darstellungsformen. Für ein Dienstleistungsunternehmen sind davon vier bis fünf relevant. Der Rest betrifft Rezepte, Filme, Stellenanzeigen, Ferienwohnungen, Mathe-Aufgaben.
Was in den letzten Jahren gestrichen wurde:
| Typ | Abgeschaltet |
|---|---|
| HowTo (Schritt-für-Schritt) | 14. September 2023 |
| FAQ für die meisten Websites | 14. September 2023 |
Sitelinks-Suchfeld (WebSite/SearchAction) |
29. November 2024 |
| Special Announcement | 31. Juli 2025 |
| Practice Problems | Januar 2026 |
| FAQ vollständig, auch Behörden und Gesundheit | 7. Mai 2026 |
Dazu stehen seit Juni 2025 weitere Typen auf der Streichliste: Buch-Aktionen, Kursinformationen, geschätztes Gehalt, ClaimReview, Lernvideos, Fahrzeuginserate.
Das Muster ist deutlich: Google entfernt Darstellungsformen, die zu wenig genutzt oder zu leicht missbraucht wurden. Wer heute Markup baut, sollte darum fragen, ob es die Seite auch dann rechtfertigt, wenn Google es morgen nicht mehr anzeigt.
Und für KI-Antworten?
Das ist die Frage, die mir gerade am häufigsten gestellt wird. Die Antwort ist unbequem kurz. Google schreibt in der eigenen Dokumentation zu den KI-Funktionen:
«There are no additional requirements to appear in AI Overviews or AI Mode … There's also no special schema.org structured data that you need to add.»
Also: kein Spezial-Markup, keine Zusatzdatei, kein llms.txt. Wer dir ein «GEO-Schema» verkauft, verkauft dir etwas, das es nicht gibt. Was mehr über KI-Sichtbarkeit bekannt ist, steht im Pillar dazu.
Ein Sonderfall, bei dem ich ehrlich sein muss: das Feld citation in Schema.org, mit dem sich Quellenangaben maschinenlesbar machen lassen. Diese Website setzt es ein – jeder Artikel gibt seine Quellen auch im Markup aus. Aber: Google dokumentiert citation ausschliesslich für Datensätze, nicht für Artikel. Und weder OpenAI noch Anthropic noch Perplexity haben je gesagt, dass sie es auswerten. Ich halte es für vernünftig, weil es die Quellenangabe an derselben Stelle sauber hält – aber ich behaupte nicht, dass es wirkt. Belegt ist es nicht.
Die vier Typen, die für ein KMU bleiben
1. Organization – wer du bist
Das Grundgerüst. Kein Pflichtfeld, gehört auf die Startseite oder die Über-Seite. Sinnvoll gefüllt: Name, Logo (mindestens 112 × 112 Pixel), Adresse, Kontaktangaben und sameAs mit den Adressen deiner Profile – LinkedIn, Google-Unternehmensprofil, Verbandsverzeichnis. Das ist die Angabe, aus der Google sein Wissenspanel speist.
2. LocalBusiness oder ProfessionalService – wo du bist
Zwei Pflichtfelder: name und address. Google empfiehlt ausdrücklich, den spezifischsten Untertyp zu nehmen – für eine Beratung also ProfessionalService statt des allgemeinen LocalBusiness.
Wichtig, und hier scheitern viele: Die Adresse muss echt sein. Ein Postfach oder eine c/o-Adresse ohne tatsächlichen Betrieb ist ein Verstoss gegen die Richtlinien, nicht ein Trick.
3. Article mit sauberer Autorenangabe
Für Artikel gilt: Es gibt keine Pflichtfelder. Empfohlen sind headline, image, datePublished, dateModified und vor allem author mit author.name und author.url.
Zur Autorenangabe hat Google eigene Regeln veröffentlicht, und die sind konkreter, als man erwartet:
- Alle sichtbaren Autoren auch auszeichnen.
- Mehrere Autoren als einzelne Einträge, nicht als ein Feld mit Kommas.
Personfür Menschen,Organizationfür Firmen – nie den allgemeinen TypThing.- In
author.namenur den Namen. Titel, Anreden und Verlag gehören injobTitle,honorificPrefixundpublisher. - Zusätzlich
urlodersameAs, damit klar ist, welcher Mensch gemeint ist.
Was Google nicht sagt: dass Autoren-Markup die Bewertung von Erfahrung und Vertrauenswürdigkeit beeinflusst. Diese Verbindung stellt die Branche her, nicht Google. Ich baue es trotzdem ein – aber weil es die richtige Angabe an der richtigen Stelle ist, nicht weil ich einen Ranking-Effekt verspreche.
4. BreadcrumbList – wo die Seite hingehört
Zeigt in den Suchergebnissen den Pfad statt der nackten Adresse. Ein Detail mit Vorbehalt: Google weist ausdrücklich aus, dass diese Darstellung nur am Desktop erscheint. Für eine Website, deren Besucher zu zwei Dritteln mobil kommen, ist der Nutzen also kleiner, als er wirkt.
Was du weglassen kannst
WebSite mit SearchAction. Steht in jedem zweiten Tutorial. Die Darstellung dazu wurde im November 2024 abgeschafft. Der Block tut heute nichts.
Service und Offer als eigenständige Auszeichnung. Beide erzeugen keine eigene Darstellung. Offer funktioniert nur innerhalb von Produktangaben.
Bewertungssterne auf der eigenen Website. Hier ist Google eindeutig: Wenn ein Unternehmen die Bewertungen über sich selbst kontrolliert, sind seine Seiten mit LocalBusiness- oder Organization-Markup für die Sterne-Darstellung nicht zugelassen. Seit dem 24. Juli 2026 kommt ausdrücklich das Verbot gefälschter und nicht offengelegter, bezahlter Bewertungen dazu. Kurz: Deine Bewertungen gehören ins Google-Unternehmensprofil, nicht als Sterne-Markup auf die eigene Seite.
FAQ-Markup. Es schadet nicht und darf stehen bleiben. Es zeigt einfach nichts mehr an. Ob eine Frage-Antwort-Sektion auf eine Seite gehört, entscheidet sich seither ausschliesslich daran, ob sie der Leserin nützt – nicht daran, ob Google sie darstellt.
Die vier Fehler, die Google selbst benennt
- Markup ohne sichtbaren Inhalt. «Don't mark up content that is not visible to readers of the page.» Ausgezeichnet wird, was auf der Seite steht. Nicht das, was du gern hättest.
- Falscher Typ. Das Markup muss die Seite wahrheitsgetreu abbilden. Eine Leistungsseite ist kein Produkt.
- Fehlende Pflichtfelder.
LocalBusinessohne Adresse fällt im Test durch – und zwar still, ohne Fehlermeldung im Alltag. - Selbst- und Scheinbewertungen.
Die Folge eines Verstosses ist eine manuelle Massnahme: Die Seite verliert die Zulassung für die Darstellung. Das normale Ranking bleibt davon unberührt. Das ist wichtig zu wissen, weil viele glauben, falsches Markup sei ein Ranking-Risiko. Ist es nicht. Es ist nur nutzlos.
Wie du prüfst, was auf deiner Seite steht
Zwei Werkzeuge, beide gratis: Googles Rich Results Test zeigt, welche Darstellungen eine Seite auslösen kann. Der Schema Markup Validator auf schema.org prüft die Syntax unabhängig von Google. Und die Search Console meldet Fehler laufend, sobald sie eine Seite kennt.
Ich habe neunzehn Jahre lang ein eigenes KMU geführt, inklusive Webshop in vier Sprachen. Wir hatten damals Produktauszeichnungen im Quelltext, von denen ich bis heute nicht sicher bin, ob sie je etwas ausgelöst haben. Niemand hatte je nachgeprüft. Genau das ist der Punkt: Markup, das niemand prüft, ist Dekoration.
Wenn du wissen willst, was auf deiner Website steht, ohne selbst in den Quelltext zu schauen – der Gratis-Website-Check liest die strukturierten Daten mit aus.
Häufige Fragen
Muss die Adresse im Markup mit dem Handelsregister-Eintrag übereinstimmen?
Quellen
- FAQ (FAQPage) structured data – Abschaltung per 7. Mai 2026 — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Latest documentation updates (Changelog) — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Structured data markup that Google Search supports — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- AI features and your website — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Article structured data und Best Practices für Autorenangaben — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Local business structured data — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Organization structured data — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Breadcrumb structured data (nur Desktop) — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Review snippet – Selbstbewertungen und Bewertungsrichtlinien — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- Sitelinks search box (abgeschafft) — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- General structured data guidelines — Google Search Central (abgerufen am 7.8.2026)
- schema.org/citation — schema.org (abgerufen am 7.8.2026)